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Luxus am Millstätter See: das Hotel Seefischer

das Hotel Seefischer in Döbriach am Millstätter See

Der erste Eindruck vom Hotel “Seefischer” in Döbriach am Millstätter See verspricht höchstes Wohlgefühl. Im Hintergrund erheben sich die rund geschliffenen Nockberge, die die sanfte und liebliche Seite der österreichischen Alpen verkörpern. Davor lugt der Millstätter See aus seinem Wald- und Wiesenbett heraus, tiefschwarz wie ein Tintenfass.

Was einst eine einfache Pension für Sommerfrischler war, präsentiert sich heute als erstklassiges Vier-Sterne-Superior-Hotel. Eines ist über die Jahrzehnte gleich geblieben: die Liebe der Gastgeber zur Gastronomie und die Leidenschaft, die Gäste zu verwöhnen – ob im Restaurant oder im Spa.

Refugium für Wellnessfans und Gourmets: das Hotel “Seefischer” in Döbriach am Millstätter See

Die Geschichte des “Seefischers”

In Döbriach am östlichen Ende des zwölf Kilometer langen Sees hat der Fischfang seit jeher eine große Rolle fespielt. Es war Kaiser Friedrich III., Herr der Grafschaft Ortenburg und Vogt von Millstatt, der 1457 das Fischrecht im unteren Teil des Millstätter Sees und im Bach zu Döbriach beurkundete.

Als Gegenleistung ließ sich der Herrscher alle drei Monate „59 gesprengte Lachsforchn“ zusichern,  die größer als die „gemainen Zollforchen“ zu sein hatten. Nur wenige Jahre später hielt er seine schützende Hand über das Gut des Fischers Enz in Döbriach – für die damalige Zeit ein eher ungewöhnlicher Vorgang. Dieses Gut war der Namensgeber für das Romantik-Hotel “Seefischer”.

Von der Pension zum Vier-Sterne-Superior-Hotel

Dessen Betreiber, Elisabeth und Michael Berndl, sind stolz auf die lange Geschichte des Hauses, das 1670 erstmals in den Büchern des Stiftes Millstatt auftauchte und ursprünglich ein Bauernstadl war, eine sogenannte „Bauernhuab‘n“. Um das Jahr 1900 wurden erstmals Zimmer an Sommerfrischler aus Wien und Graz vermietet, die die schönen Badestrände des Millstätter Sees schätzten, der als Juwel unter Kärntens Seen gilt.

Das erste Seebad gehörte zur Seevilla Cerny, wo Männlein und Weiblein noch getrennt in die Fluten stiegen. Kurz darauf bekam der “Seefischer” seinen eigenen Strand. Einer der ersten Gäste der Pension war Karl Seitz, der erste Bundespräsident der Republik Österreich und spätere Bürgermeister von Wien. Er kam erstmals um 1910 nach Döbriach und wurde Stammgast im “Seefischer”. Allzu viel Komfort durften die Pensionsgäste damals nicht erwarten. Die Hotelchronik verzeichnet nur zwei Duschen für 50 Zimmer.

Heute ist der „Seefischer“ dank umfassender Renovierungen, Erweiterungen und Grundstückszukäufen eines des führenden Hotels an Kärntens zweitgrößtem See, der mit 141 Metern Tiefe das wasserreichste Gewässer des Bundeslandes ist. Im Dezember 2005 versuchte sich der “Seefischer” erstmals im Wintergeschäft, und zur Überraschung der Patrons reisten die Stammgäste mit dicken Klamotten an: Weil sie das Haus zuvor nur als Warmwetter-Destination kannten, wollten sie sicher gehen, nicht zu frieren.

Blick auf die Seesauna am Millstätter See

Das muss keiner befürchten. Die geräumigen Doppelzimmer, viele mit Seeblick, sind mollig warm. 2015 kam der in grün und weiß gehaltene “Seefischer”-Turm dazu, dessen sieben Suiten sich durch großzügige Grundrisse, riesige Balkone und liebevolle Dekoration auszeichnen.

Die Penthouse Suite im vierten Stock ist beispielsweise 80 Quadratmeter groß, verfügt über eine eigene Infrarotkabine und eine freistehende Badewanne. Die antiken Möbel sowie die alten Böden unterstreichen den exklusiven Look dieses Refugiums.

Wellness im Spa-Haus des “Seefischers”

Jüngstes Baby des Betreiberehepaares ist das Spa-Haus, das bequem per Lift und Bademantelgang zu erreichen ist. Auf zwei Etagen ist hier ein Tempel des Wohlbefindens entstanden, in dem Innen-und Außenpool, Saunen, Ruheräume und vieles mehr zu finden sind.

… das Schwimmbad mit Innen- und Außenbecken

In den fünf Rosen-Suiten werden Gäste nach allen Regeln der Kunst mit klassischen Massagen und Kosmetikbehandlungen verwöhnt. Im Fitnessraum trainieren sportliche Naturen mit Hanteln und Geräten oder nutzen Laufband und Crosswalker.

Wer Ruhe sucht, zieht sich in den Indoor-Strand zurück: Der 200 Quadratmeter große Ruheraum, verteilt auf zwei Etagen, ist der ideale Platz zum Entspannen. Holzfußböden und -decken, heimelige Stehlampen sowie die große Feuerstelle mitten im Raum sorgen für eine behagliche Atmosphäre. Den Blick auf See und Berge gibt es dank der großen Fenster als Zugabe. Für schöne Tage gibt es zudem ein Sonnendeck.

Eine Feuerstelle für wohlige Stunden – Impressionen von den Ruhezonen im “Spa-Haus”

So schön Innen- und Außenpool, die einem alten Bergwerksstollen nachempfundene Granatsauna und das angenehm temperierte Tepidarium auch sind: Die meisten Wellnessfans zieht es nach der Radel- oder Wanderpartie in die Seesauna.

Die urige Hütte aus dunklen Baumstämmen, in der zwölf Personen gleichzeitig schwitzen können, ruht auf Pfählen und ist dank der angenehmen Wärme von 65 bis 70 Grad auch für jene geeignet, die mit Saunieren ansonsten nicht viel am Hut haben. Danach setzt man sich gemütlich auf die Holzbank, um den Sonnenuntergang zu erleben; Oder du kühlst dich im größten Tauchbecken der Region ab – dem Millstätter See. Dessen Wasser ist glasklar und herrlich weich.

das Tepidarium im “Seefischer”
…und die Granatsauna

Ein Hotel mit eigenem Jachthafen

Rosen auf Türschildern und Wänden im Spa-Haus sind das eine; der Rosengarten das andere. 25 verschiedene Sorten werden sorgsam im hauseigenen Park gehegt und gepflegt, der direkt an den kleinen Jachthafen angrenzt. Möglich wurde der durch den Kauf eines Nachbargrundstückes. Heute bietet der Jachthafen Platz für 20 Segelboote und -jollen bietet.

20 Segelboote und -jollen finden im Jachthafen des “Seefischers” Platz.

Wer romantische Stunden mit seiner Liebsten erleben möchte, leiht sich im “Seefischer” eines der beiden Boote aus, die vertäut am See liegen. Die “Sissi” – ein Geschenk für die Mutter der Gastgeberin Elisabeth Berndl – ist ein generalsaniertes Ruderboot, der “Franzl” ein Elektroboot. Ausgerüstet mit Picknickkorb und einer Flasche Wein geht es zum Tête-à-Tête auf den See hinaus.

Der “Seefischer”: ein Paradies für Gourmets

Regional und saisonal: Dieser Schwerpunkt zieht sich auch durch die Kulinarik des “Seefischers”. Schon das Ambiente der verschiedenen Stuben, wo morgens ein alle Wünsche erfüllendes Frühstücksbuffet und abends ein exzellentes Fünf-Gänge-Menü serviert werden, verführt dazu, etwas länger sitzen zu bleiben.

Während eine Stube dank der Holzvertäfelung alpenländischen Charme versprüht, besticht die andere durch ein modernes Ambiente mit frischen Farben und stylischem Mobiliar.

Die Stuben im “Seefischer”

 

Die Küche im “Seefischer” ist einfach nur der Wahn: Das fängt schon beim Frühstücksbuffet an, bei dem süße Schleckermäulchen ebenso fündig werden wie herzhafte Naturen. In der offenen Schauecke werden Eierspeisen auf Wunsch zubereitet, mit allem, was das Herz begehrt. Die Auswahl an Wurst, Käse und Cerealien ist riesig; an der Brottheke hast du die Qual der Wahl. Joghurt, Obst, Gemüsestifte – alles da, was frisch und lecker schmeckt. Das Highlight ist der Frühstückskuchen, dem selbst jene Gäste nur schwerlich wiederstehen können, die mit süßen Sachen ansonsten wenig am Hut haben.

Blick auf das Frühstücksbuffet

Dem Gourmetführer Gault-Millau ist die Kunst des Küchenteams eine Haube wert, weil sie mediterrane Einflüsse mit heimischen Aromen kombiniert.

Für die Desserts sollte man unbedingt noch Platz lassen, denn hier tobt sich das Küchenteam noch einmal richtig aus

rät der Gourmetführer, der auch das gut sortierte Weinangebot lobt. Recht haben die Kritiker, wobei der Ratschlag eigentlich für jeden Gang gilt. Wer sich einmal für den Hauptgang entschieden hat – Fleisch, Fisch oder ein vegetarisches Gericht -, wird nach Kräften verwöhnt – mit feinen Süppchen, Vorspeisen, die schon optisch eine Offenbarung sind, und einem Käsebuffet zum Abschluss eines perfekten Abends.

Jedes Gericht schon optisch eine Offenbarung

Kleiner Tipp am Rande: Du solltest unbedingt die Wildspezialitäten genießen, denn Elisabeth und Michael Berndl sind gleichzeitig Heger und Jäger. Sie lieben es, den Herzschlag der Natur zu spüren, Flora und Fauna im Wald und auf dem Berg zu sehen sowie auf die Pirsch zu gehen. Das Jagdrevier der beiden Kärtner liegt auf 1900 Metern Höhe am Goldeck und natürlich bereichert das Wildbret die Speisekarte des “Seefischers”.

Der “Lindenhof”, Wirtshaus und Biergarten mitten im Herzen von Millstatt, ist bekannt für seine bürgerliche Hausmannskost. Der ganze Stolz des historischen Gemäuers, das im März 2018 zu neuem Leben erweckt wurde, ist der historische Weinkeller, zu dessen Besonderheiten reife Weißweine aus der Steiermark sowie edle Tropfen aus dem Friaul zählen. Das besondere an dem 700 Jahre alten Keller: Die Temperaturen sind stets gleich, was sich auf die Haltbarkeit der Weine auswirkt.
Roswitha:
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