Bruder auf Achse

Das „Central“ in Sölden: Tempel für Genussmenschen

Hotel "Central" im Tiroler Wintersportort Sölden

Den Schneekönig des österreichischen Ötztales habe ich mir anders vorgestellt. Jakob Falkner, der von allen nur Jack genannt wird, ist von kleiner Statur, trägt die Haare brav gescheitelt und scheint kein Fan von teuren Luxus-Designer-Brillen zu sein. Doch in dem dunklen Trachtenjanker, der perfekt ins gleichsam stylishe, wie alpenländisch angehauchte Foyer der Fünfsterne-Herberge „Central“ im österreichischen Wintersportort Sölden passt, steckt

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Öland: eine königliche Urlaubsinsel vor Schwedens Ostküste

das Museum Himmelberga auf Öland

Was Königs gefällt, schätzen auch seine Untertanen. Wenn Schwedens Kronprinzessin Victoria ihren Geburtstag auf Öland feiert, herrscht Ausnahmezustand auf der sonst so friedlichen Ostseeinsel. Schon am frühen Morgen schlendern die ersten Besucher über die geharkten Wege vor dem herausgeputzten Schloss Soliden, um der künftigen Königin die Hand zu schütteln. Sonnenverwöhnter Ort in Carl Gustavs Reich Dass Königs diese Refugium zur

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Die beiden Gesichter Gran Canarias

Es gibt Orte, zu denen habe ich eine besondere Beziehung: Gran Canaria, die drittgrößte der Kanarischen Inseln, zählt dazu. Ich kann mich noch gut an meinen ersten Besuch in der Sandkiste im Inselsüden erinnern, an die goldschimmernden Dünen, die wie Meereswellen gegen das Land branden und vom Passatwind mit der Beständigkeit eines Schweizer Uhrwerks immer neu gekrümmt, gefaltet und geprägt werden, an die Herden von Nackedeis, die sich in abgelegenen Winkeln sonnen. Mein erster Besuch: Er liegt viele Jahre zurück, als die meisten Deutschen noch mit dem VW Käfer Richtung Adria düsten und Flüge so unbeschreiblich teuer waren, dass kaum ein Normalverdiener auch nur einen Gedanken an diesen Luxus verschwendete. Womöglich wäre auch ich auf dem Boden geblieben, wenn mir meine Eltern diese Schwelgerei nicht zu meinem Abitur spendiert hätten. Viele Erinnerungen habe ich nicht an jenen Aufenthalt auf Europas Außenposten vor der Küste Afrikas. Wie auch! Mit 18 – und ich erlaube mir für viele Altersgenossen zu sprechen – stand einem damals nicht unbedingt nach Wanderungen oder Radtouren der Sinn: Die landschaftlichen Schönheiten der Insel waren eher etwas für die Busladungen betagter Touristen, die mal etwas Abwechslung zum Strandleben brauchten. Was Gran Canaria für mich so besonders machte: die endlosen Strände, das tiefblaue Meer, das auch im November noch angenehm warm war, die Sonne, die keine Pausen zu kennen schien, nicht zuletzt die Diskotheken, die einem Landei wie eine Offenbarung erschienen. Die nächtlichen Tanzmarathons hatten natürlich ihren Preis: Tagsüber lag der Teutonen-Export am Stand, um mit kaffeebrauner Hautfarbe missgünstige Bekannte neidisch zu machen. Abends schwirrte er in die Dunkelhöllen ab, wo sich halb Europa ein Stelldichein gab. Um es kurz zu machen: Dass Gran Canaria mit Las Palmas eine Hauptstadt besitzt, in der man mehr Zeit als nur einen Nachmittag verbringen kann, dass das Inselinnere berückend schön und der Norden Bilder einer wilden Atlantikküste offeriert – all das ist mir damals entgangen. Lange herrschte Funkstille zwischen mir und dem Sonneneiland, obwohl es mein privates Leben ziemlich verändert hat (wie, überlasse ich eurer Fantasie). Es gab andere Ziele, die verlockender waren, andere Regionen, die mich mehr interessierten. Gran Canaria wurde zum Massenziel, wo zeitweilig mehr Engländer und Deutsche anzutreffen waren als Spanier. Und wer möchte schon an einem Orten weilen, wo man sich wie in „Nueva Germania“ fühlt. Wenn einem der Sinn nach fremden Kulturen steht, braucht man weder „Deutschen Bäcker“, noch „Deutschen Metzger“, schon gar keine bayerische Brauhaus-Glückseligkeit. Den einsamen Strand von Maspalomas, wo man sich „wie der einzige Mensch auf einer verwunschenen Insel“ fühlte – den gab es schon in den 70er Jahren nicht mehr. Es wurde Zeit, die Insel zu besuchen; jenes Eiland, das zwar als Dorado von Nur-Strand-Sand-Sonne-Fetischisten verschrien ist, dem Kenner allerdings bescheinigen, so vielfältig wie ein ganzer Kontinent zu sein. Die Insel besitzt 14 verschiedene Mikroklimazonen, von den stillen, nebelverhangenen Lorbeerwäldern im Norden bis zum weichen Wüstensand im Süden, wo sich sattblaues Meer und goldfarbene Dünen küssen. Manche sind bis zu 30 Meter hoch. Der erste Eindruck ist wahrlich verstörend: Wer vom Flughafen an der Ostküste zum südlichen Inselzipfel fährt, über eine schicke, noch ziemlich neue Autobahn, bekommt das kalte Grausen. Rechts und links breiten sich gesichtslose Industriegebiete aus. Sie wechseln sich ab mit riesigen Outletcentern und verwinkelten Bettenburgen, die wie ein Krake über die Hänge kriechen. Die Playa del Inglés, der „Strand der Engländer“, wo sich Heerscharen deutscher Touristen über eine Infrastruktur wie in Wanne-Eickel freuen, gleicht einer Landschaft wie aus dem Betonmischer. Bausünden aus den 70er und 80er Jahren krallen sich an den kilometerlangen Strand, lassen sich weder mit Farbe, noch mit reichlich Gartengrün wegradieren. Das Touristenmekka steht für eine völlig aus den Fugen geratene touristisches Entwicklung: ein bisschen wie der Moloch Benidorm, ein bisschen wie der sozialistische Wahnsinn Mamaia. Ihre beste Zeit hat die Abschreibungs-Architektur in Playa del Inglés und im benachbarten San Augustin hinter sich. So sind renditegeile Investoren einfach weitergezogen. Das Ergebnis: eine kilometerlange Hotelwüste rund um den Faro de Maspalomas, den berühmten Leuchtturm an der Südspitze der Insel. Meloneras, der jüngste und luxuriöseste Teil von Maspalomas, war die Antwort auf rückläufige Touristenzahlen. Dort durften nach einem Beschluss der Kanarenregierung nur noch Hotelneubauten der gehobenen Kategorie entstehen, viele mit All-inclusive-Konzept, was den Ghetto-Charakter solcher Häuser noch verstärkt. Was millionenschwere Geldgeber oberhalb der aussichtsreichen Klippenpromenade in die Erde gestampft haben, bewegt sich irgendwo zwischen Kitsch und Kunst. Die weitläufigen Vier- und Fünf-Sterne-Resorts, die mit einem Haufen Pools, Wellness-Tempeln, Bars und Restaurants glänzen, sollen mal an ein kanarisches Dorf erinnern, mal an eine afrikanische Siedlung mit reichlich Exotik. Mancher architektonische Geistesblitz hat etwas von Disneyland an sich: wenn die recht originalgetreue Nachbildung der „Iglesia de San Sebastian“, eine der ältesten Kirchen der Insel im 30 000-Seelen-Ort Agüimes, als Empfangshalle eines Luxus-Hotels herhalten muss. Sie ist auch der Grund, warum das Hotel von weitem meist für ein Gotteshaus gehalten wird. Die fantastischen Strände, die einzigartigen Dünen, die unnahbare Steilküste weiter im Westen: all das wiegt mein Unbehagen angesichts dieser touristischen Auswüchse nicht auf. In fast jeder Bucht, und sei sie noch so klein, stapeln sich Appartementanlagen die Hänge empor. An den Stränden fühlt man sich nicht nur im Sommertrubel wie in einer Sardinenbüchse, und das Angebot in all den schäbigen Einkaufszentren ist so austauschbar, dass der Leitsatz gilt: Hast du eines gesehen, hast du alle gesehen. Überall nur gefälschte Lacoste-Shirts und gefakte Michael-Kors-Taschen Puerto de Mogán mag in den 80er Jahren ein bezaubernder Flecken gewesen sein, dem clevere Marketingstrategen vollmundig den Zusatz „Venedig der Kanaren“ verliehen. Doch selbst hier, an dem vulkanisch-steinigen Küstenabschnitt, haben sich Spekulanten und Baulöwen sträflich ausgetobt. Weiß getünchte Hotelburgen kleben wie Bienenwaben an steilem Fels, Appartements wurden wahllos an die Hänge geklatscht, daneben verrotten Bauruinen, die von Finanzkrise und gescheiterten Höhenflügen künden und von denen niemand weiß, ob sie jemals vollendet werden. Es fällt schwer, die kleinen Wasserläufe und hübschen Brücken in dem einst verschlafenen Nest auszumachen, das laut Unesco das beste und gesündeste Mikroklima der Welt. Gran Canaria deshalb abhaken? Um die Insel einen großen Bogen machen, die der Zeit-Verleger Gerd Bucerius schon 1979 als „baulichen Alptraum“ einstufte? Das wäre ein Fehler. Denn die Insel des ewigen Frühlings, wo die Sonne fast immer scheint und das Meer nie kälter als 18 Grad ist, hat viele Gesichter. Knapp 20 Kilometer landeinwärts ist nichts von touristischen Überhitzungserscheinungen zu merken. In endlosen Haarnadelkurven schrauben sich die oft steilen und schmalen Bergstraßen durch das zerfurchte, staubtrockene Hinterland, vorbei an nacktem Fels in ockergelb, an mannshohen Kakteen und kanarischen Fichten, deren Äste wie überdimensionale Flaschenbürsten in den Himmel ragen. Es ist eine andere Welt, die sich im hügeligen Hinterland der kreisrunden Kanareninsel versteckt, ein stilles, zeitloses Paralleluniversum, wo sich das Rad des Lebens ziemlich langsam dreht. Verschlafene Dörfer mit weiß gestrichenen Häusern thronen fotogen auf exponierten Bergrücken. Kunstvoll angelegte Terrassen zeugen vom Willen der Menschen, die fruchtbare Vulkanerde zu nutzen. Die Berge hüllen sich in den Duft von Pinien und Kiefern. Wer nur faul am Pool liegt, sich von der Sonne braten lässt und sein Hotel nur ein einziges Mal verlässt – bei der Abreise zurück in die Heimat-, wird nichts von diesem Naturwunder mit seiner unglaublichen Vielfalt entdecken. So golden der Teppich aus puderzuckerfeinem Sand schimmert, so wild und ursprünglich präsentiert sich Gran Canarias steinernes Herz. Wenn die Morgensonne die Passatwolken zur Seite schiebt und die Felszacken in ein orangefarbenes Kleid hüllt, ist der Miniaturkontinent fast kitschig schön. Die Luft ist frisch und klar. Die 60 Stauseen, die zur Bewässerung von Obstplantagen und Gemüsefeldern gebraucht werden, leuchten wie blaue Augen. Die Barrancos, durch die nach starken Regenfällen Sturzbäche mit Wildwassercharakter rauschen, zeigen sich so malerisch, wie es sich nach einem Stück heiler Welt sehnende Menschen wünschen. Wenn nicht gerade der berühmt-berüchtigte Calima Sand aus der Sahara herüber trägt, erblickt man weit in der Ferne den mächtigen Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa, den mit 3718 Metern höchsten Berg Spaniens. „Steinernes Gewitter“ nannte der Schriftsteller und Philosoph Miguel de Unamuno diese unvergleichliche Landschaft, die er für alle Ewigkeit genießen darf. Zum Andenken an seinen Inselaufenthalt im Jahr 1910 wurde unweit des Bergdorfes Artenara eine Aussichtsplattform geschaffen, wo eine lebensgroße Statue des Dichters steht. Ein Blick genügt, um zu wissen: Artenara, ein hübscher kleiner Flecken inmitten eines satten Blumenmeeres aus lilafarbenen Bougainvilleen, weißen Margeriten und rosafarbenem Hibiskus, ist einer der schönsten Orte der Insel. Das Besondere an diesem Dorf in 1250 Metern Höhe, das die höchst gelegene Gemeinde Gran Canarias ist und eines der ältesten obendrein? Artenaras Baugrund ist löchrig wie ein Schweizer Käse, weil Wohnungsbau wie in alten Zeiten betrieben wird, als Alexander von Humboldt die Canarios als Höhlenmenschen bezeichnete. Die Eingänge zu den Höhlenwohnungen, die an einem steilen Südhang neben- und übereinander kleben, hüllen sich in strahlendes Weiß. So archaisch die Lebensweise auf den ersten Blick auch scheinen mag: Die Häuser sind wegen ihres speziellen Mikroklimas außerordentlich begehrt und keineswegs billig. Im Sommer halten sie die Hitze draußen, im Winter bleibt es angenehm warm. Und praktisch sind sie obendrein, wie Ines erzählt, die selbst in einer Höhlenwohnung lebt. „Wenn man früher ein zusätzliches Zimmer brauchte, griffen unsere Vorfahren zu Hammer und Meißel und gruben einen weiteren Raum in den Fels“. So entstanden auch das ethnografische Museum und die kleine Kapelle zur „Virgin de la cuevita“. Sie wurde in den weichen Fels getrieben. Altar, Beichtstuhl und Taufbecken haben die Canarios aus dem Stein gemeißelt. Sehr viel weltlicher geht es im Höllenrestaurant La Cilla zu. Dort werden gebeiztes Kaninchen mit unverschämt viel Knoblauch, frischer Tintenfisch und Berge runzliger Salzkartöffelchen mit roter Mojo-Sauce serviert. Der atemberaubende Ausblick von der Terrasse steht nicht auf der Rechnung. Nicht weniger schön sind Tejeda, der Wallfahrtsort Teror und dass winzige Firgas, ungefähr 25 Kilometer westlich von Las Palmas. Von Letzterem würde kaum ein Tourist Notiz nehmen, gäbe es nicht das gleichnamige Mineralwasser. Wenn im Januar und Februar die Hänge rund um Tejeda in einem Meer aus zartrosa Mandelblüten versinken, zieht es Hauptstädter aus Las Palmas in Massen in den Ort. Der präsentiert mit Stolz die Medaille als eines der schönsten Dörfer Spaniens. In der übrigen Zeit ist Tejeda ein verschlafenes Dorf, das wie ein Balkon über der wilden Cumbre, dem Herz Gran Canarias thront. Zitrusbäume, Wein und Agaven wachsen auf den Feldern. Rote und pinke Geranien schmücken die Hauswände. Der Blick auf steile Schluchten, kalkweiße Gehöfte und rostrote Schindeldächer, die sich unter der Last der Zeit biegen, ist einfach nur berückend schön. Dass die Mandeln im Ortsbild wieder präsent sind, ist einer Initiative des Gemeinderates zu verdanken, der dem Wegzug arbeitswilliger junger Menschen Einhalt gebieten wollte. In der Zwischenzeit floriert das Geschäft mit dem köstlichen Mandelgebäck aus Tejeda so gut, dass sich ganze Busladungen in die winzige Dulceria Nublo quetschen, um sich mit kalorienschwerem Mandelkuchen in Seidenpapier einzudecken. Teror wird in vielen Reiseführern als der schönste Ort Gran Canarias bezeichnet. Liegt es an den wunderhübschen Patrizierhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit ihren holzgeschnitzten Erkern und Balkonen, die Statussymbol der Eigentümer waren und den Ort fast wie eine Filmkulisse erscheinen lassen? Am Kopfsteinpflaster, das schnurgerade zur Basilika „Nuestra Señora del Pino” führt? Oder an dem Zisterzienserkloster, wo Nonnen das hausgemachte, exquisite Gebäck verkaufen? Seit 1979 steht die Altstadt unter Denkmalschutz; die Wallfahrt zur Heiligen Jungfrau, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Papst zur Inselpatronin erhoben wurde, ist sehr viel älter. Die „Jungfrau der Kiefer“ soll der Legende nach im Jahr 1481 einigen Hirten erschienen sein. Seitdem wird sie als Heilige verehrt, die alles Unheil von dem Kanareneiland abhält. Jedes Jahr -am 8. September- ist nahezu die ganze Insel auf den Beinen und das im wortwörtlichen Sinn: In Scharen pilgern sie von Las Palmas nach Teror, eine Strecke, bei der es immer nur bergauf geht. Laut Schätzungen der Gemeinde sind es jährlich rund 200 000 Besucher. Das Wahrzeichen der Kanareninsel ist der 90 Meter hohe Roque Nublo, der wie ein steinerner Wächter über die wilde Gebirgslandschaft herrscht, die 2005 zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Kein Werbeprospekt kommt ohne den Wolkenfelsen im Herzen Gran Canarias aus, kein Wanderer an ihm vorbei. Den Guanchen, den Ureinwohnern der Kanarischen Inseln, war der auffällige Basaltmonolith heilig, zu dessen Füßen Mönch und Frosch kauern – zwei ähnlich unverwechselbare Felsen. Der phallusartige Brocken hat Maler, Schriftsteller und Musiker inspiriert, den einheimischen Komponisten und Schriftsteller Néstor Álamo zu lyrischen Höchstleistungen angestachelt. Er sei der Altar seiner bezaubernden Heimat, schrieb der Mann aus Las Palmas, der in Teror den Platz von Teresa Bolívar entwarf, der Frau des amerikanischen Befreiers. Wer zu dem Felsfinger wandert - Relikt eines ehemaligen Vulkanschlots, der durch Erosion abgetragen wurde -, wird womöglich Zeuge uralten Brauchtums. Denn der Salto del Pastor, der Hirtensprung, ist nicht nur Gegenstand von Geschichtsbüchern; es gibt erstaunlich viele Canarios, die sich mittels der waghalsigen Fortbewegungsmethode durchs Gebirge schwingen. Man nehme mehrere Meter lange Lanzen mit Metallspitze, besinne sich seines eigenen Mutes – fertig sind die akrobatischen Männer und Frauen Gran Canarias, die sich mit spielerischer Leichtigkeit über Abgründe, Flussbette und zerklüftetes Gelände schwingen. Früher waren die artistischen Fähigkeiten lebenswichtig, um zu entlegene Wasserquellen oder zu den Weidegründen der Ziegen zu gelangen. Heute ist es Sport, Spaß und Lust an Überlieferten, die den Hirtensprung am Leben erhält. Ich habe meinen Frieden mit der Insel geschlossen. Denn es gibt sie noch die abgeschiedenen menschenleeren Traumstrände, wo die tosende Brandung Gischtwolken gebiert. Die einsamen Inselperlen mit den schmucken Bürgerhäusern, den gebleichten Holzbalkonen und den fleckigen Dachschindeln; die Reste des immergrünen Lorbeerwaldes, die mit ihrem Kleid aus Moos und Farn geradezu mystisch wirken. Man muss nur raus aus Maspalomas, dem touristischen Moloch mit seiner Massenbespaßung. Und wer sich in einem der hübschen Landhäuser einquartiert, viele davon im Kolonialstil, mit einer Handvoll Zimmer, ist dort angekommen, wovon alle träumen: der Insel voller Wunder, so vielfältig wie ein ganzer Kontinent. Las Palmas, die Insel-Hauptstadt, ist laut einer Studie der Universität von Syracuse (USA) die Stadt mit dem besten Klima der Welt. Jedes Viertel hat seinen ganz eigenen Charakter, überrascht und verzaubert. Das Kolumbushaus, ein prächtiger Kolonialbau aus dem 17. Jahrhundert, sowie die Imposante Kathedrale Santa Ana sind die wichtigsten Anlaufpunkte in der Altstadt. Architektonisch außergewöhnlich ist das Auditorio Alfredo Kraus, das direkt am Strand Las Canteras steht. Der drei Kilometer lange golden Sandstrand wird von den Einheimischen voller Stolz mit der Copacabana in Brasilien verglichen. Willst du mer über Gran Canarias Hauptstadt wissen., dann schau hier vorbei: https://www.tourismus.de/europa/spanien/kanarische-inseln/gran-canaria/las-palmas-de-gran-canaria/ http://www.grancanaria.com/turismo/de/ https://www.beach-inspector.com/de/c/maspalomas Beste Reisezeit: Auf Gran Canaria herrscht ein subtropisches Klima. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt zwischen 19 und 23 Grad Celsius. Im Sommer werden im Süden häufig wochenlang 30 und mehr Grad gemessen. Die Regenwahrscheinlichkeit ist dann gleich Null. Die touristische Hauptsaison liegt zwischen Dezember bis März. Entsprechend voll ist es dann, weil viele Europäer – vor allem Senioren – während der kalten Jahreszeit auf die Kanaren flüchten. Da die Wassertemperaturen stets zwischen 18 und 23 Grad liegen, ist Baden im Meer an 365 Tage im Jahr möglich. Anreise: In rund vier bis fünf Stunden ist man auf Gran Canaria. Charterflüge sind am bequemsten und billigsten; Linienflüge teurer und umständlicher, weil sie immer eine Zwischenlandung auf dem Festland haben. Flüge ohne Hotelbuchung kosten zwischen 200 und 450 Euro. Von daher ist es ratsam, über ein Komplettpaket nachzudenken. Der Flughafen liegt 30 bis 60 Autominuten von den Ferienzentren entfernt. Wer mit dem eigenen Wohnmobil unterwegs ist, kann auch per Schiff auf die Kanaren reisen. Vom südspanischen Cádiz aus fährt einmal pro Woche die Autofähre der Compañía Trasmediterránea in 40 Stunden nach Las Palmas. Die Überfahrt ist allerdings teuer. Bei Reisen im Winter, das heißt in der Hochsaison, muss man frühzeitig Plätze reservieren.

Es gibt Orte, zu denen habe ich eine besondere Beziehung: Gran Canaria, die drittgrößte der Kanarischen Inseln, zählt dazu. Ich kann mich noch gut an meinen ersten Besuch in der Sandkiste im Inselsüden erinnern, an die goldschimmernden Dünen, die wie Meereswellen gegen das Land branden und vom Passatwind mit der Beständigkeit eines Schweizer Uhrwerks immer neu gekrümmt, gefaltet und geprägt

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Paradiesische Tage im „Puradies“ in Leogang

das Hotel Puradies in Leogang im österreichischen Pinzgau

Ein solches Hotel würde man in Zürich oder Wien vermuten, womöglich in einem Wintersportort mit internationalem Renommee. Aber in Leogang, einem 3100-Seelen-Dorf im Pinzgau, wo der Wanderer nach einem richtigen Ortskern buchstäblich suchen muss? Gut, der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunnliegt vor der Haustüre, mit 270 Pistenkilometern das größte Skigebiet Österreichs. Und im Sommer und Herbst machen Wanderer und Mountainbiker

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Vejer de la Frontera: Andalusiens schimmernde Perle

Blick auf Vejer de la Frontera in Andalusien, Spanien

Wusstest du, dass das spanische Vejer de la Frontera und das marokkanische Chaouen Partnerstädte sind? Wer sich beim Spaziergang durch eine der beiden Stadt an die jeweils andere erinnert, sieht die Ähnlichkeiten sofort. Eine romantische Liebesgeschichte verbindet die beiden Orte, die so malerisch sind, dass einem die Worte fehlen. Unterschiede gibt es lediglich bei den Farben. Während sich Vejer de

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Im Simmental: Lustvolles Laissez-faire im Lenkerhof

Das Hotel Lenkerhof im schweizerischen Simmental

Fünfsternehotels sind normalerweise nicht so mein Ding. Zu viel Protz, zu viel Prunk, zu teuer für meinen Geldbeutel. Ein ordentliches Zimmer, ein himmlisches Bett, eine gute Küche ohne verbale Absurditäten – mehr brauche ich nicht für einen gelungenen Urlaub oder ein verlängertes Wochenende. Wichtig ist die Landschaft ringsum, das Angebot für Unternehmungen – schließlich bin ich meistens draußen in freier

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Åland: Schärenparadies für Aussteiger auf Zeit

Insel im Archipel von Åland, dem Schärenparadies in der Ostsee

Nur wenige Stunden dauert die Fahrt aus der Zivilisation in eine Welt außerhalb der Zeit, vom hektischen Stockholm zum wohl beschaulichsten Inselreich der Ostsee: Åland, dessen Bewohner ein bisschen finnisch, ganz viel schwedisch und noch mehr åländisch sind, ist ein veritabler Ostsee-Geheimtipp, ein Paradies für Aussteiger auf Zeit, eine herrliche Sommeridylle inmitten des Bottnischen Meerbusens. Schon die Fährüberfahrt zur Hauptstadt Mariehamn,

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Eselei in den rauen Cevennen

Hügellandschaft im Nationalpark der Cevennen in Frankreich

Passender könnte der Name nicht sein. Mistral heißt das ziemlich störrische Grautier, das so gar nicht wie ich will. Als ob der Wettergott diesen Akt der Verweigerung gesehen hätte, peitscht er einen eisig-kalten Wind über die kahlen Kuppen des einsamen Mont Lozère, des höchsten Gipfels des französischen Nationalparks der Cevennen. Am Übergang zwischen dem Zentralmassiv und der Ebene des Languedoc

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