Bruder auf Achse

Fotoparade 2018: einmal blättern bitte!

Bilder von bruder-auf-achse zur Blogparade im zweiten Halbjahr 2018

Schon wieder ein halbes Jahr vorbei? Ich kann es manchmal nicht glauben, wie verdammt schnell die Zeit vergeht. Eigentlich stecke ich in den Vorbereitungen für die nächste große Reise: Ende Januar geht es nach China, Japan und Südkorea – Länder, bei denen ich zumindest bei zweien gewisse Vorbehalte habe. Aber bevor ich ans Planen gehe, steht noch ein Beitrag an – für Michaels Fotoparade zum zweiten Halbjahr 2018. Der Mann hinter Erkunde die Welt bittet seine bloggenden Kollegen bereits zum achten Mal, ihre Fotoarchive zu öffnen. Dem komme ich gerne nach – mit dem letzten Blogbeitrag für 2018.

Im zweiten Halbjahr hat sich für mich ein großer Lebenstraum erfüllt. Ich bin nach Bhutan, ins letzte Königreich im Himalaya gekommen. Weil wir schon mal in jener Ecke der Welt waren, haben wir uns einen weiteren Herzenswunsch erfüllt und sind mit dem Toy Train, einem wirklichen Spielzeugzug bis Darjeeling gefahren.

Der Clou dieser Reise war sicherlich die Wandertour zum weltberühmten Tigernest-Kloster in Bhutan und die Rückreise nach Dehli – vorbei an den Eisriesen des Himalaya. Natürlich stammen die meisten Bilder von dieser Tour. Ein paar andere Motive – aus einem wirklich tollen Abstecher nach Andalusien und in meine zweite Heimat Schweden – haben sich aber dazwischen geschmuggelt.

Die Kategorien

Es geht dieses Mal um folgende Kategorien:

  • Abstrakt
  • Aussicht
  • Rot,
  • Landschaft
  • Tierisch
  • Krasse Sache.

Als siebte Kategorie kommt „das schönste Foto“ dazu, dessen Wahl mir zur Abwechslung ziemlich leicht fiel. Um es vorweg zu nehmen: Es gibt sicherlich Fotografen, die hätten aus diesem Motiv mehr herausgeholt. Aber mir wird dieser Eindruck unvergesslich bleiben.

A wie abstrakt

Ich habe mich für zwei Motive entschieden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der höhlenartige Raum mit der Spiegelung im Wasser ist das Bad der Maria de Padilla im königlichen Alcázar von Sevilla. Benannt wurde das etwas groß geratene Badezimmer nach einer kastillianischen Adeligen, die Mätresse vom Peter dem Grausamen war. Ob die Dame hier jemals ihre Runden gezogen hat?

Bad der Maria de Padilla im königlichen Alcázar von Sevilla
Bad der Maria de Padilla im königlichen Alcázar von Sevilla

Das zweite Bild entstand im Fallturm von Bremen, einem in Europa einzigartigen Versuchslabor für Experimente unter kurzzeitiger Schwerelosigkeit. Es hätte noch ein hübscheres Bild vom Besuch im Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation gegeben, denn in der Spitze des Fallturmes befindet sich eine Panorama-Lounge, die für Trauungen genutzt wird. Doch das hätte nicht zur Kategorie „abstrakt“ gepasst.

der Fallturm in Bremen, ein in Europa einzigartiges Versuchslabor für Experimente unter kurzzeitiger Schwerelosigkeit
…der Fallturm in Bremen

A wie Aussicht

Wie definiere ich Aussicht? Bestes Wetter und klare Sicht? Oder liegt gerade im geheimnisvollen Ambiente der Reiz für den Betrachter?

Vejer de la Frontera zählt zu den schönsten weißen Dörfern Andalusiens. Wie ein Adlerhorst liegt die schneeweiße Altstadt auf einem Bergrücken, ein hinreißendes Labyrinth aus schmalen Gassen, noblen Palästen und himmelwärts strebenden Kirchen. Das bildschöne Dorf bietet so viele malerische Winkel, dass es schwer fällt, ein Lieblingsmotiv zu finden. Ich habe mich für diese von einem Steinbogen überspannte Gasse entschieden, die den Blick auf die Neustadt wie ein Bilderrahmen einfasst.

Vejer de la Frontera, eines der weißen Dörfer Andalusiens.
Vejer de la Frontera, eines der weißen Dörfer Andalusiens.

Das zweite Bild in dieser Kategorie liebe ich gerade wegen des aufsteigenden Nebels.  Bei klarem Wetter läge einem auf dem 3100 Meter hoch gelegenen Dochula-Pass  die gesamte Himalaya-Kette zu Füssen. Doch genauso häufig hüllt sich der Gebirgspass zwischen Bhutans Hauptstadt Thimphu und Punakha in Nebelschwaden. Sie ziehen in atemberaubender Geschwindigkeit das Tal herauf, legen sich wie ein Geschmeide um die 108 Stupas und verschwinden genauso schnell wieder.

der Dochula-Pass in Bhutan auf 3100 Meter.
der Dochula-Pass in Bhutan auf 3100 Meter.

R wie rot

Auch dieses Bild entstand während der Reise nach Bhutan. Den roten Chilischoten begegnet man in dem kleinen Königreich an jeder Ecke – nicht nur als Zutat im Essen, die einem stundenlang auf der Zunge brennt. Die höllisch scharfen Schoten liegen auf Dächern oder hängen wie Trauben an Hausfassaden. Denn getrocknet sind sie ewig haltbar.

Chilischoten in einem Haus in Bhutan
Chili eignet sich in Bhutan auch als Häuserschmuck.

Den Kontrast zu der scharfen Frucht liefert meine zweite Heimat Schweden. Eksjö, die Holzstadt im Norden von Småland, ist ein Traum in rot. Die gesamte Altstadt mit ihren historischen Holzhäusern steht unter Denkmalschutz und wirkt wie die Kulisse von Astrid Lindgren-Büchern. Wir waren im September dort – ein fabelhafter Monat, weil dann die großen Touristenhorden verschwunden sind.

Eksjö im schwedischen Småland
Eksjö ist einer der hübschesten Orte Smålands.

L wie Landschaft

Zweimal Asien – und zwei ganz unterschiedliche Landschaftstypen. Das Tal von Punakha im Westen Bhutans zählt ohne Zweifel zu den schönsten Ecken des kleinen Staates. Wie die geschwungenen Linien einer topografischen Karten schmiegen sich die Reisterrassen an steilen Fels. Wie hingetupft liegen die kleinen Dörfer mit den bunt verzierten Häusern. Und dazu kommt eine üppige Vegetation.

Tal von Punakha im Westen Bhutans
… das Tal von Punakha im Westen Bhutans

Das zweite Bild in dieser Kategorie habe ich im indischen Darjeeling aufgenommen. Nur einige Hundert Kilometer liegen zwischen beiden Orten, und doch sind die Unterschiede riesig. Bhutan, ein stiller sauberer Mikrokosmos;  Indien, ein lautes, vibrierendes, schmutziges Universum. Dass die Engländer diese Hill-Station als Sommerfrische erwählt haben, ist angesichts des morgendlichen Panoramas verständlich: Der Kangchendzönga, mit 8586 Metern der dritthöchste Berg der Erde, liegt zum Greifen nah.

Darjeeling mit dem Kangchendzönga im Hintergrund.
…Darjeeling mit dem Kangchendzönga im Hintergrund.

T wie tierisch

Bei dieser Kategorie hat sich mein nagelneuer Fotoapparat mit Tele bewährt. Ich bin normalerweise kein Freund von Zoos. Denn Tiere in Freiheit sind mit definitiv lieber. Aber in Darjeeling habe ich eine Ausnahme gemacht – und es nicht bereut. Im Padmaja Naidu Himalayan Zoological Park werden nur Tiere gezeigt, die im Norden Indiens heimisch sind – beispielsweise der Tibetische Wolf, der Leopard und der Rote Panda. Letzterer, nur halb so berühmt wie sein weiß-schwarzer Kollege, ist in freier Natur so gut wie gar nicht zu entdecken. Auch bei unserem Besuch hat er sich schlafend im grünen Geäst versteckt.

Im Padmaja Naidu Himalayan Zoological Park

Tiere im Im Padmaja Naidu Himalayan Zoological Park

Tiere im Im Padmaja Naidu Himalayan Zoological Park
… im Im Padmaja Naidu Himalayan Zoological Park in Darjeeling.

K wie krasse Sache

Ich habe es bei einem Bild belassen, könnte aber – bei Interesse- ein gutes Dutzend liefern. Ja, die bhutanische Lüftlmalerei ist nichts für prüde Zeitgenossen, und auch wir bekamen gelegentlich Stilaugen und rote Ohren angesichts der nackten Tatsachen. Dass ausgerechnet Bhutan – noch vor 60 Jahren eine selbstgewählte Einsiedelei vor den Errungenschaften der Moderne – ziemlich großzügig mit Phallussymbolen umgeht, geht zurück auf den aus Tibet stammenden Guru Drukpa Kunley, der sich als „göttlicher Narr“ einen Namen gemacht hat. Wir kennen die Manneszier höchstens als Graffiti-Schmierereien an U-Bahnstationen. In Bhutan prangen die Prachtexemplare an Hauswänden, sie schmücken Dächer oder sind als handliches Souvenir für die heimische Kommode zu erwerben. Wir haben darauf verzichtet und es bei den Fotos belassen.

Penis-Abbildung auf einem Haus in Bhutan
… Lüftmalerei in Bhutan.

… das Beste zum Schluss

Mein Lieblingsfoto entstand während des Rückflugs von Paro nach Dehli. Ich habe schon bei früheren Reisen den Himalaya gesehen. Aber so überirdisch schön hat sich das höchste Gebirge der Welt mir noch nie präsentiert. Ich gebe zu: Ich war ergriffen, hatte Tränen in den Augen angesichts der Erhabenheit von Mount Everest und Lhotse. Und ich habe mich gefragt, ob wir Menschen überhaupt kapieren, welch wunderbarer Ort uns anvertraut wurde. Ein Ort, mit dem wir nicht sonderlich pfleglich umgehen.

Blick aus dem Flugezug auf Mount Everest und Lhotse
… der Blick auf Everest und Lhotse.

 

Natürlich haben sich wieder unglaublich viele Blogger an Michaels Fotoparade beteiligt. Vor ihm liegt nun die Mammutaufgabe, die Beiträge zu sichten und die schönsten Fotos zu küren. Dafür wünsche ich ihm viel Glück, Geduld und ein gutes Auge.

Willst du wissen, was andere fotografisch im zweiten Halbjahr 2018 erlebt haben? Eigentlich ist es fast ein Sakrileg, einige wenige Beiträge herauszufischen und sie dir ans Herz zu legen. Ich tue es trotzdem. Und wenn du an Wochenenden und Feiertagen noch ein wenig Zeit hast, gemütlich vor einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein sitzt, schaue einfach bei allen vorbei und träume dich schon mal zum nächsten Urlaubsziel. 

Anita mit ihrem Gailtal on Tour Blog

Biggi und Flo von Photo Travellers

Andreas von Reisewut

Christina von Trip to the Planet  

Sabine von Ferngeweht  

Selda vom travellife.blog 

Lisa von imprintmytravel

Thomas von Reisen-Fotografie Blog

Rückblick

Für mich war das übrigens erst die zweite Teilnahme an Michaels Fotoparade. Wer ein wenig in meinem ersten Beitrag stöbern möchte: Hier geht es direkt zu den Bildern aus dem ersten Halbjahr 2018.

 

 

 

 

4 Kommentare

  1. Liebe Roswitha,

    schöne Reise nach Bhutan. Das ist auch ein Ziel, das ich unbedingt noch bereisen möchte. Mein Favorit ist das Foto „Landschaft“, das Tal von Punakha.

    Liebe Grüße, Selda

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