Die Gardens by the Bay in Singapur
Allgemein

Singapurs grüne Ikone: die „Gardens by the Bay“

Umschlagsstarker Hafen, gesicherter Finanzplatz und friedliches Nebeneinander verschiedener Ethnien: Singapur, mit knapp sechs Millionen Einwohnern der kleinste Staat Südostasiens, ist ein prosperierender Moloch aus Glas, Stahl und Beton. Und ein überaus grüner obendrein, was die Touristen bereits beim Anflug auf den Changi Airport erkennen können. Schon vor Jahren hat die Löwenstadt beschlossen, eine der grünsten Städte der Erde zu werden.

Die Gardens by the Bay als grünes Aushängeschild

Mehr als 65.000 Quadratmeter Dächer und Fassaden sind bereits begrünt. Hotel-Neubauten wie das Parkroyal on Pickering erinnern mit ihrer geschwungenen Form an wogende balinesische Reisterrassen- samt Pools und Wasserfällen. In den Naturschutzgebieten gibt es Dschungel pur mit Schlangen, Krokodilen, Affen und skurrilen Vogelarten. Das auffälligste „grüne Aushängeschild“ der Millionenmetropole: die „Gardens by the Bay“.

Singapurs grüne Sehenswürdigkeit lässt andere Parks alt aussehen. Die „Gardens by the Bay“ sind ein Beleg dafür, welche Anstrengungen in dem Stadtstaat am Äquator unternommen werden, um den jährlich 15 Millionen Touristen etwas zu bieten. Auf dem Papier waren die „Gärten an der Bucht“ schon eine tollkühne Idee. In Natura sind sie nicht noch aufregender. Wo sonst können Besucher im größten gekühlten Wintergarten der Welt herumschlendern oder in eine neblige Wolkendecke eintauchen, ohne die Küste der Insel zu verlassen? Wo sonst können Besucher eine unschlagbare Sammlung von Pflanzen aus aller Welt hautnah erleben?

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
Über die Helixbridge geht es in die Gärten an der Bucht.

Mit der MRT an die Bayfront

Wer mit der MRT, Singapurs U-Bahn, in das neue Stadtviertel fährt und an der Station Bayfront aussteigt, ist erst einmal erschlagen von der schieren Größe des Parks. Der urbanisierte Dschungel – nur wenige Meter von Wolkenkratzern, Luxusshopping Malls und dem futuristischen Hotel Marina Bay Sands entfernt – ist über 100 Hektar groß.

In dieser grünen Lunge der Stadt kann man stundenlang durch liebevoll angelegte Gärten spazieren. Kleine Seen spenden etwas Kühlung gegen die tropische Hitze. Der Besucher kann sich an üppig blühenden Orchideen erfreuen. Souvenirläden, Cafés und Restaurants gibt es im Überfluss. Nur wer eine der vielen Attraktionen der „Gardens by the Bay“ besuchen möchte, muss zum Geldbeutel greifen.

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
Grüner Dschungel mitten in der Millionenmetropole: die „Gardens by the Bay“.

Ein Garten, dem Meer entrungen

Der Mann, der dazu beigetragen hat, Singapur zu einer Stadt im Garten zu verwandeln, heißt Kiat W. Tan. Er gestaltete nicht nur den Masterplan für den Botanischen Garten der Stadt, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Der Botaniker konzipierte gemeinsam mit internationalen und lokalen Architekten, Ingenieuren und Landschaftsspezialisten den „Gardens by the Bay“. Wer an den üppigen Grünflächen vorbeischlendert, wo mehr als eine Million Pflanzen gedeihen, kann sich kaum vorstellen, dass hier einst Meer war.

Pflanzen, Bäume und Blumen aus allen Kontinenten außer der Antarktis finden sich in dem aufgeschütteten Stadtviertel Marina Bay südlich des Finanzbezirks, eines von vielen Landgewinnungsprojekten Singapurs. Weit über 50 Millionen Besucher kamen bisher in den „Gardens by the Bay“, der 2012 seine Pforten öffnete.

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
Die „Supertrees“ mit dem Marina Bay Sands Hotel im Hintergrund

Die Supertrees

Ich gebe zu: Ich bin weder ein Fan von Großstädten, noch von futuristischen Freizeitparks. Doch die Supertrees, die fast jeden Singapur-Prospekt zieren, lassen auch mich nicht kalt. Die riesigen Stahlkolosse mit ihren weit ausladenden Schirmen verschwinden unter einem Mantel aus Pflanzen: eine Verschmelzung von Natur, Kunst, Design und Technologie.

Ein gutes Dutzend dieser stählernen Mammutbäume reckt sich in den Himmel, jeder zwischen 20 und 50 Metern hoch. Wer die vertikalen Gärten aus einem anderen Blickwinkel sehen möchte, schlendert über den OCBC Skyway, eine Art Hängebrücke, die in 22 Metern Höhe zwischen den Supertrees baumelt.

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
… noch ein Blick auf die Supertrees.

Science-Fiction für Ökofreunde

Die trichterförmigen Gerüste, die an die mächtigen, bis zu 80 Meter hohen Karribäume im Südwesten Australiens erinnern, sind Science-Fiction für Ökofreunde. Die Supertrees dienen als Regenwasserspeicher, als Belüftungsschächte für die benachbarten Gewächshäuser und zur Stromgewinnung. Denn elf Mammutbäume tragen Solarzellen. Ein weiterer dient als Schornstein: Die Pflanzenabfälle aus den „Gardens by the Bay“ landen im Feuer und treiben eine Dampfturbine an. Im Lauf der Jahre haben sich die Bäume zu blühenden „vertikalen Gärten“ gemausert, Heimat für Orchideen, Farne, Bromelien und blühende Reben.

Spektakuläre Light- und Soundshow

So imposant die „Gärten an der Bucht“ schon tagsüber sind, abends sind sie der helle Wahn. Was an der ausgeklügelten Light- und Soundshow liegt, die jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit läuft. Schon beim Spaziergang über die Helixbridge, die zum Marina Bay Sands führt, fühlt man sich, als wäre man mitten im Film „Avatar“ gelandet.

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
Abend werden die Supertrees zum Schauplatz einer spektakulären Light- and Soundshow. Foto: Timo Wagner

Die Supertrees erstrahlen wie überdimensionale Christbäume. Mal tauchen sie ein in warmes Violett, dann in kühles Grün. Dazu gibt es klassische Musik. Das Spektakel ist so märchenhaft, so nicht von dieser Welt, dass es jeden Abend Horden von Zuschauern anzieht. Doch das Gelände ist so groß, dass man eigentlich immer ein freies Plätzchen findet. Nur wer die Lichtshow aus der Vogelperspektive erleben möchte, auf dem OCBC Skyway oder im Supetree Observatorium, sollte frühzeitig Tickets kaufen.

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
Wer nur durch den „Gardens by the Bay“ schlendern möchte, braucht keinen Eintritt zu bezahlen.

Die Kuppeln des „Gardens by the Bay“

Die Supertrees sind nicht zu übersehen, ebenso wenig die beiden Kuppeln: der Flower Dome und der wesentlich spektakulärere Cloudforest. Schon der römische Kaiser Tiberius leistete um Christi Geburt Pionierarbeit für das erste Gewächshaus. Sein Schätzchen bestand aus Stein und Glimmer und wurde durch Feuer außerhalb des Bauwerks erhitzt. Dadurch fand der Herrscher ideale Bedingungen für den Anbau seines Lieblingsgemüses vor: Gurken.

Die beiden Kuppeln im „Gardens by the Bay“ sind eigentlich das glatte Gegenteil von Gewächshäusern. In Singapurs tropischem Klima, wo einem die Klamotten schon nach wenigen Minuten am Körper kleben, sind die beiden Glaskuppeln ein äußerst angenehm temperierter Ort, wo die Temperatur selten über die 25-Grad-Marke klettert.

Die Intention hinter den Gewächshäusern

Kiat W. Tan ursprüngliche Vision für die beiden Kuppeln: Pflanzen zu präsentieren, die in den Tropen fremd sind. Das vielfach ausgezeichnete Architektenteam von WilkinsonEyre sollte zwei Dinge erreichen: eine ästhetisch ansprechende Lösung, die zugleich energieeffizient ist.

Beide Kuppeln bestehen aus fast 6.000 beschichteten, doppelt verglasten Glasscheiben, die 66 Prozent des Außenlichts und 33 Prozent der Außenwärme durchlassen. Ein System aus Stahlgittern und Bögen schützt und stabilisiert die Hülle. Säulen fehlen völlig.

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
Der Flower Dome: nicht jedermanns Geschmack.

Der Flower Dome

Er gilt laut Guinness als das größte Gewächshaus der Welt. Ich finde trotzdem: Du musst ihn nicht gesehen haben. Ja, der  1,2 Hektar große Flower Dome ist gewaltig, und die Wege sind so angelegt, dass man sich gleichsam auf eine Reise durch die Vegetationszonen dieser Welt begibt. Doch wer reist schon nach Singapur, um Tulpen, Dahlien oder Kamelien zu sehen?  Baobabs aus der afrikanischen Savanne oder Kakteen aus den Wüsten dieser Welt?

Bei unserem Besuch kam erschwerend hinzu, dass gerade das chinesische Neujahrsfest gefeiert wurde. Die Präsentation war so kitschig, dass ich mich an einen schlechten Kinderfilm erinnert fühlte. Also Daumen runter, zumal der Eintritt in den Flower Dome ziemlich happig ist.

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
Den Nebelwald nach Singapur geholt: der Cloudforest, eine der beiden Kuppeln in den „Garden by the Bay“.

Der Cloudforest

Daumen rauf dagegen für den Cloudforest. Ein echter immergrüner Regenwald hoch in den Wolken wäre mir zwar lieber gewesen als diese künstlich geschaffene, feuchttropische Landschaft inmitten des Großstadtmolochs. Doch der über und über mit Pflanzen bewachsene Bergkegel, der sich alle paar Minuten in weißen Nebel hüllt, während sich vor der Glashülle Singapurs Skyline abzeichnet, lohnt den Besuch. Rauf auf den Berg geht es übrigens bequem per Lift, runter zu Fuß auf dem Wandelgang.

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
Selfie-Hotspot: der 35 Meter hohe Wasserfall.

Unbestrittener Selfie-Hotspot ist der 35 Meter hohe Wasserfall, der für zusätzliche Gischtfahnen sorgt. Der dichte Nebel kommt aus Hunderten von Düsen, das Zirpen der Insekten vom Band. Immerhin sind die winzig kleinen Orchideen, die fleischfressenden Kannenpflanzen und die mannsgroßen Farne echt in dieser schönen, neuen Kunstwelt.

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
Mehr als 50 Millionen Touristen sind bislang in die „Gardens by the Bay“ gekommen.

… was es sonst noch zu sehen gibt in den Gärten an der Bucht

Floral Fantasy ist ein weiteres Traumland, allerdings viel kleiner als die beiden Wintergärten. Auch hier gibt es kunstvoll gestaltete Blütenarrangements in allen erdenklichen Tönen. Der Clou ist ein 4D-Theater, in dem man beispielsweise auf den Schwingen einer Libelle auf Reisen gehen kann.

Art in the gardens umfasst 40 Skulpturen aus aller Welt, darunter die Riesenschnecke, den Libellenreiter und die beiden Schutzlöwen, die ein Paradebeispiel für traditionelle chinesische Skulpturen.

Mein Favorit: Dragonfly und Kingfischer Lakes. In dieser maritimen Welt kann man zwar keinen Eisvogel entdecken, dafür jede Menge anderer Wasserlebewesen. Die Libelle gibt es zumindest als übergroße Skulptur. Der perfekte Platz für Fotografen ist die 440 Meter lange Promenade entlang des Libellensees, mit den Supertrees als Hintergrund.

Blick in die Gardens by the Bay, Singapur
..n noch ein Blick durch die gläserne Hülle auf das Surfbrett des Marina Bay Sands.

Die Gardens by the Bay: alles was du wissen musst

Wie kommst du hin: Die Gardens by the Bay sind ziemlich einfach mit Singapurs U-Bahn, der MRT, zu erreichen.  Marina Bay heißt die Station , die an der roten North South Line liegt. Ein unterirdischer Tunnel mit zahlreichen Geschäften bringt dich direkt zum Ticketschalter.

Preise und Öffnungszeiten: Wenn du einfach durch das Gelände spazieren und von unten einen Blick auf die Supertrees werfen möchtest, kann der Geldbeutel in der Tasche bleiben. Alles andere kostet Geld, und das nicht zu knapp. Das Preissystem ist am Anfang etwas unübersichtlich, weil jede Attraktion extra kostet. Wenn du sowohl den Flower Dome als auch den Cloudforest besuchen möchtest, zahlst du 28 Singapur-Dollar. Kinder zwischen drei und zwölf Jahren zahlen 15 Singapur- Dollar.

Flower Dome und Cloudforest haben täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Für den Besuch solltest du jeweils eine Stunde einplanen. Floral Fantasy hat ebenfalls von 9 bis 21 Uhr geöffnet.

OCBC Skyway hat ebenfalls von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet acht Singapur-Dollar für Erwachsene, Kinder zahlen fünf Singapur-Dollar.

Das Observatorium, eine Open-Air-Dachterrasse mit 360-Grad-Blick, liegt in 50 Metern Höhe. Es hat täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene kostet 14 Singapur-Dollar, Kinder zwischen drei und zwölf Jahren zahlen zehn Singapur Dollar.

Die abendliche Lichtshow: Ein absolutes Muss während deines Aufenthalts in Singapur. Jeden Abend gibt es zwei Möglichkeiten, die Lightshow „Garden Rhapsody“ zu sehen, einmal um 19.45 Uhr sowie um 20. 45 Uhr. Die Show dauert rund 15 Minuten. Der Eintritt zum Gelände ist frei. Nur wer das Licht- und Soundspektakel in luftiger Höhe erleben möchte, muss zum Geldbeutel greifen. Doch auch aus Ameisensicht ist das Spektakel magisch.

Wie hat dir der Besuch in den „Gardens by the Bay“ gefallen? Ich würde mich freuen, wenn du mir von deinen Erfahrungen erzählst. Brauchst du mehr Tipps für deinen Singapur-Aufenthalt? Dann schau hier vorbei. Und natürlich habe ich auch jede Menge praktischer Tipps für das Städteabenteuer zusammengetragen.

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