Madeira: Lorbeer, Levadas und ein Fußballgott

Das Bild zeigt die Küste von madeira

Christiane Ronaldo steht im Regen. Unaufhörlich prasseln dicke Regentropfen auf den portugiesischen Stürmerstar herab, rinnen erbarmungslos über Augen und den gegelten Haarkamm. Das miese Wetter passt so gar nicht zu der heroischen Pose des Fußballgottes, dessen übergroßes Ego sich nicht mit Durchschnittlichem zufriedengibt. Deshalb ist sein bronzenes Abbild in Madeiras Hauptstadt Funchal auch etwas größer als gewöhnlich ausgefallen. Er verstehe nicht viel von Fußball, räumte der ebenfalls von der Insel stammende Bildhauer Ricardo Veloza ein; von Proportionen aber wohl auch nicht.

Das Hotel CR7 von Christiano Ronaldo in Funchal, Madeira
Ein eigenes Haus für den Fußballgott: Im Hotel CR7 in Funchal ist Christiano Ronaldo allgegenwärtig.

„Der hat Pranken wie Kindersärge“, entfährt es dem deutschen Fußballfans angesichts des 2, 4 Meter großen und 800 Kilogramm schweren Bronze-Ronaldos, dem Witzbolde schon mal ein Messie-Trikot überstreiften – was in portugiesischen Medien schon als eine Art Staatsbeleidigung betrachtet wurde. Das Denkmal am Kreuzfahrtterminal schreit ja auch geradezu nach bissigen Kommentaren, wobei der Kommentar „Diagnose dicke Hose“ nicht einer der freundlicheren ist. Der begnadete Ballkünstler, dem eine gewisse Eitelkeit nachgesagt wird, habe sich heimlich wohl ein paar Socken in die Hosen gesteckt, als er dem Bildhauer Modell stand, mutmaßte ein Twitter-Nutzer. Und ein anderer notierte boshaft, dass Portugals Nationalheld seine Tore fortan nicht mehr mit dem Fuß, sondern mit anderen Körperteilen schieße. Dass das gute Stück schon ganz abgewetzt sei, weil Frauen mit Kinderwunsch sich in unbeobachteten Momenten daran zu schaffen machen, gehört allerdings ins Reich der Märchen.

Madeiras Hauptstadt Funchal
Wie ein Amphitheater: Die Häuser von Funchal ziehen sich die Hänge hinauf.

Dass Madeiras berühmtester Sohn ein ziemlich unverkrampftes Verhältnis zum eigenen Spiegelbild hat, zeigt sich auch in seinem Hotel, das er zusammen mit der portugiesischen Hotelkette Pestana verwirklichte. Die Vier-Sterne-Herberge in der Nähe seines monströsen Denkmals trägt nicht nur seine Initialen samt Rückennummer CR7; der zweistöckige Bau ist vielmehr ein Heldenschrein für das Ausnahmetalent aus dem Armenviertel, das mit elf Jahren die Heimat verließ, um bei Sporting Lissabon die ersten Stufen der Karriereleiter zunehmen. In der Lobby, deren unterkühltes Ambiente findige Werbestrategen als hip und trendy bezeichnen würden, schmücken Devotionalien des Fußballgottes die Wände; auf den Fernsehern läuft Ronaldos Lieblingssport in Dauerschleife, und im schmalen Korridor zu den eher spartanisch möblierten Zimmern darf sich der zahlende Gast dank grasgrünen Bodenbelags wie der Superstar auf dem Weg aus den Katakomben fühlen. Wer gar nicht genug von dem Balltreter bekommen kann, dessen Image zwischen Macho und Muttersöhnchen, Held und Heulsuse schwankt, kann im angeschlossenen Museum die Karrierestationen des Wahl-Madrilenen verfolgen. Angeblich kann Mann dem Hausherren nicht mal auf der Herrentoilette entkommen, wo er überlebensgroß und mit strengem Blick auf seine gepeinigten Geschlechtsgenossen herabblicken soll. Nachprüfen wollte ich das allerdings nicht.

Werben um jüngere Besucher

Das Haus, angesiedelt zwischen aufgepeppter Jugendherberge und hippem Hostel mit Retrocharme, ist für Madeira dennoch ein Glücksfall. Es unterstreicht nämlich das Bemühen der portugiesischen Atlantikinsel, sich auch jüngeren Besuchern zu öffnen. Jahrzehntelang war die nur 740 Quadratkilometer große Vulkaninsel fast in Sichtweite der afrikanischen Küste nur eines: ein Refugium für gut situierte Herrschaften fortgeschrittenen Alters, die lieber durch botanische Gärten lustwandelten statt in Diskotheken abzurocken; ein Garten Eden voll verschwenderischer Blütenpracht, wo blasse Engländer in Hotellegenden wie dem Reid’ s Palace den Five o’Clock Tea wie bei Windsors zelebrierten. Die Teestunde mit Scones und Orangenmarmelade, die schon Winston Churchill bei seinen Aufenthalten in dem rosafarbenen Grandhotel zu schätzen wusste, gibt es noch immer, ebenso wie die Hundertschaften von Schwarz-Weiß-Fotografien von all den illustren Gästen.

Blick auf Funchal, Madeira
In Funchal leben 110 000 Menschen. Auf Madeira sind es 268 000.

Aber es ist längt nicht mehr nur die englische Society, die sich das nicht ganz billige Vergnügen auf der Terrasse des Reid’ s gönnt. Für den atemberaubenden Blick auf das Häusermeer von Funchal, auf die Kreuzfahrtriesen, die Tag für Tag im Hafen festmachen, und auf die steilen Hügel, die gleich hinter dem schmalen Küstenstreifen beginnen, macht man gerne ein paar Euro locker.

Funchals nobelste Adresse

Das ehrwürdige Grandhotel auf einem vulkanischen Felssporn hoch über dem Meer ist so „very british“, dass man sich nicht wirklich wundert, wenn die Damen im Blümchenkleid und die Herren im Tweedjanker zum Frühstück erscheinen. Der Gründer des Hauses William Reid war ein Einwanderer aus Schottland, der 1836 als Teenager auf die Insel kam – weil er des rauen Klimas seiner Heimat überdrüssig war. Er jobbte im Weinhandel, angelte sich eine Engländerin, öffnete eine kleine Herberge und ging zielstrebig daran, seine Vision von einem Haus für wohlhabende Gäste zu verwirklichen. Ein Jahr nach Beginn der Bauarbeiten starb er, doch seine beiden Söhne führten das Projekt fort. 1891 – im Goldenen Zeitalter der Belle Époque – öffneten sich die wuchtigen Türen des Reid’s Palace zum ersten Mal, und seitdem legt Funchals nobelste Adresse Wert auf Tradition und Teatime.

Die Markthalle von Funchal, Madeira
Bunte Pracht: Die Markthalle von Funchal ist ein Paradies für Blumen- und Gemüsefans.

Das Goldene Buch der sorgsam restaurierten Nobelherberge liest sich wie ein Who’s who der Reichen, Schönen und Blaublütigen: König Edward VII. und Prinzessin Stephanie von Monaco, die Antarktisforscher Ernest Shackleton und Robert Falcon Scott, Roger Moore, Gregory Peck sowie der Dichter Rainer Maria Rilke – sie alle logierten bei Madeiras großer alten Dame. Winston Churchill kam, um Kraft für seinen Wahlkampf zu tanken – und entdeckte ganz nebenbei die Leidenschaft fürs Malen. Der Dichter George Bernard Shaw ließ sich hier im fortgeschrittenen Alter von 68 Jahren im Tango unterweisen: Das signierte Foto für den Tanzlehrer mit der Inschrift „Für den einzigen Mann, der mich jemals irgendetwas lehrte“ hängt noch immer an der Wand. Der einstige kubanische Diktator Batista kam gleich für zwei Jahre und miete eine ganze Etage. Nicht ohne Grund wurden die größten Suiten nach berühmten Gästen benannt, gilt der Speisesaal im Volksmund als „House of Lords“, wo Britanniens Oberschicht einst ziemlich dekadente Partys feierte.

Pflanzensamen von Madeira
Ein Stück Garten Eden für daheim: Die Tütchen mit Pflanzensamen gibt es in der Markthalle zu kaufen.

Eine Dame fehlt noch in dieser Auflistung: die österreichische Kaiserin Elisabeth. Das „schöne Dummerl“ – so die abschätzigen Bemerkungen der Wiener Hofaristokratie – weilte gleich mehrfach auf der Blumeninsel. Oder sollte man besser sagen: Sie flüchtete geradezu aus der verhassten „Kerkerburg“ in Wien und hing ihren Träume von vergangenem Glück und verlorener Freiheit nach. Im November 1860 betrat die grazile Schönheit erstmals Inselboden – nach einer recht stürmischen Überfahrt, bei der sich die junge Kaiserin angeblich an den Mast des Schiffes hatte binden lassen, um die Naturgewalten hautnah zu erleben. Die abgelegene Insel im Atlantik hatte die gesundheitlich und nervlich angeschlagene junge Frau ganz bewusst ausgewählt, war die Gefahr doch gering, von Ehemann oder Schwiegermutter besucht zu werden. Österreichs Herrscherin quartierte sich in der Quinta Vigia ein, einem entzückenden Landsitz hoch über der Hafenbucht, wo sie sich mit wenigen Getreuen umgab.

Die erste Powerwalkerin

Hier mauserte sie sich zur ersten Powerwalkerin der Geschichte. Unablässig hetzte sie ihre Hofdamen durch die Straßen Funchals, marschierte zum Korbflechterdorf Camacha oder zum Fischerort Câmara de Lobos, der damals wie heute für schöne Stickereien und delikaten Degenfisch bekannt ist, oder ließ sich per Schiff zur Bucht von Machico schippern, wo João Gonçalves Zarco 1419 gelandet war und die Insel für Portugal in Besitz genommen hatte. Das Inselinnere mit seinen abenteuerlich steilen Hängen und den engen Schluchten, dem Lorbeerwald mit seiner mystischen Atmosphäre oder die steilen Klippen, an die sich winzige Dörfer kuscheln, hat Österreichs Kaiserin nicht gesehen, weil die Vulkaninsel damals nahezu unerschlossen war.

Madeirastickerei
Ein Anschaffung fürs Leben: Die handgestickten Textilien sind nicht billig, aber wunderschön.

Als sie 30 Jahre später nach Madeira zurückkehrte und als Gräfin von Hohenembs im Reid‘s abstieg, war aus der strahlend-schönen Kaiserin eine schwarzgekleidete Frau geworden, die ihr verhärmtes Gesicht hinter einem Fächer verbarg. Schicksalsschläge wie der Freitod ihres Sohnes Rudolf steigerten die Todessehnsucht der Getriebenen: Als sie eines Tages an der fast 600 Meter hohen Steilklippe des Cabo Girão stand, soll sie zu einer Begleiterin gesagt haben: „Man braucht keinen poetischen Tod zu suchen, wenn man einen so schönen Tod vor sich hat.“ Wenige Jahre später wurde die unglückliche Sisi von einem italienischen Anarchisten in Genf getötet.

Azulejos aus Madeira
Kunst am Haus: Ohne Azulejos geht es nicht in Portugal. Das gilt auch für Madeira.

Sisi war nicht das einzige berühmte Mitglied des österreichischen Herrschergeschlechts, das zu der Insel mit dem subtropischen Klima und der überbordenden Fauna eine besondere Verbindung hatte. Karl I und seine Gemahlin Zita kamen nach Absetzung und jahrelanger Odyssee durch Europa und der Türkei nach Madeira, ziemlich klamm. Die Kronjuwelen angeblich gestohlen, die Ersparnisse aufgebraucht war ein Aufenthalt im vornehmen Reid‘s nicht drin. Stattdessen musste der bereits kränkelnde Ex-Monarch mit einer Behausung im hoch gelegenen Villenviertel Monte vorlieb nehmen, wo es häufig ziemlich feucht und nebelig ist. „Noch nie in meinem Leben habe ich so gefroren“, notierte Österreichs letzter Kaiser verbittert. Wenige Monate nach seiner Ankunft starb er an Lungenentzündung. Einbalsamiert liegt er in der nahen Wallfahrtskirche Nossa Senhora, in einer eigens ausgebauten Seitenkapelle, die sich zu einem regelrechten Pilgerziel für Kaisertreue entwickelt hat. 2004 ist der „vorbildliche Christ, Familienvater und Herrscher“  seliggesprochen worden.

Wallfahrtskirche Nossa Senhora in Funchal, Madeira
Letzte Ruhestätte: In der Wallfahrtskirche Nossa Senhora wurde der letzte österreichische Kaiser begraben.

Die „Kaiservilla“ brannte während eines verheerenden Brandes im Sommer 2016 ab. Wer den kurvenreichen Aufstieg von Funchal nach Monte scheut, dem einstigen Lieblingsziel von Europas High Society auf 600 Meter Meereshöhe, und stattdessen in einer der Seilbahn-Gondeln Platz nimmt, kann die Folgen des Feuers noch sehen. Überall schwarz verkohlte Baumstümpfe und zerstörte Häuser. Selbst der Orchideengarten, mit Arten, die es nur noch dort gab, wurde ein Opfer der Flammen. Vermutlich wurde der Brand bewusst gelegt: Weil zwei Dritte des Archipels nämlich unter Naturschutz stehen und auf Madeira alles an die Küste drängt, ist Bauland auf legalem Wege kaum noch zu erschließen. Deshalb hilft mancher Profitgierige der Naturzerstörung etwas nach. Ist ein Gebiet erst mal durch Feuer zerstört, wird es gelegentlich doch noch als Bauland ausgewiesen.

Leuchtturm Ponta do pargo auf Madeira
Einzigartiger Aussichtspunkt: Hoch über der Steilküste liegt der Leuchtturm Ponta do pargo.

Seine natürlichen Ressourcen sind der größte Schatz des „Eilands des ewigen Frühlings“. Das dunstige Dickicht des Lorbeerwaldes, wo knorrige Bäume Flechtenbärte tragen und unter moosbedeckten Steinen ganz sicherlich Elfen wohnen, wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die fisch- und artenreiche Vielfalt unter Wasser schützt der Eco-Parque Marinho do Funchal, Portugals einziger Meeresnationalpark. Und auf den Ilhas Desertas leben Mönchsrobben ziemlich ungestört. Die paar Ausflugsboote, die die verlassenen Inseln umkreisen, stören die vom Aussterben bedrohten Meeresbewohner nun wahrlich nicht.

Schuhe aus Kork, gesehen in Funchal, Madeira
Ziemlich haltbar: In den Boutiquen von Funchal werden Schuhe aus Kork verkauft.

Wer zu dem farbenprächtigen Paradiesgarten reist, sucht weder Ballermann-Atmosphäre noch heiße Disco-Nächte – wovon es auf den benachbarten Kanaren reichlich gibt. Madeiras Charme liegt in seiner nahezu unberührten Natur im Inselinnern, die sich des Morgens unter grauen Atlantikwolken und aufsteigendem Nebel versteckt. Doch wenn sich der Schleier lüftet und Sonnenstrahlen auf samtig grüne Bergrücken und mondartige Felslandschaft fallen, präsentiert sich eine hochalpinen Landschaft, die Wanderers Herz höherschlagen lässt. Zugegeben: nicht gerade das richtige Revier für Höhenängstliche und Hans-Guck-in-die-Luft-Typen, weil schmale Stiege, steile Treppen und steinige, drahtseilgesicherte Wege eine Herausforderung darstellen. Doch hinter jeder Kurve, hinter jedem Grat, wo rechts und links ein mehrere Hundert Meter tiefer Abgrund klafft, wartet auf Wanderer ein neuer Ausblick, der ihnen den Atem raubt – vor Glück angesichts des überwältigenden Panoramas, aber auch aus Ehrfurcht vor der eigenen Leistung.

Das Inselinnere von Madeira
Wanderparadies: Im menschenleeren Inselinneren gibt es zahlreiche Wanderwege.

Es muss ja nicht gleich eine ganze Wanderwoche sein. In Funchal mit seinem südländischen Flair gibt es zahlreiche Anbieter, die halb- oder ganztägige Touren anbieten, für Sportmuffel und Konditionsstarke gleichermaßen. Fast immer ist einer der traditionellen Kanäle das Ziel, die die gesamte Insel wie ein Spinnennetz überziehen. Die Levadas, mit deren Bau schon im 15. Jahrhundert begonnen wurde, sind Madeiras Lebensader, ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, um die staubtrockene Küstenregion mit dem kostbaren Nass aus dem regenreichen Inselinnern zu versorgen. In schwindelerregenden Höhen wurden die knapp ein Meter breiten und 50 Zentimeter tiefen Gräben in steilen Fels gerammt; wo Felsen im Wege standen, wurden Tunnel in den Stein getrieben. Rund 1300 dieser Kanäle durchfließen auf mehr als 2000 Kilometer Länge das grüne Herz der Insel; die schmalen Pfade, auf denen die Wanderer unterwegs sind, nutzen die Levadeiros noch immer für ihre täglichen Kontrollgänge. Weil die Wege zudem nie richtig steil sind – schließlich soll das Wasser gebändigt und nicht als Sturzflut Richtung Küste fließen -, finden auch weniger versierte Wanderer Gefallen an dem Marsch, vorbei an üppiger Vegetation, elendstiefen Schluchten und fantastischen Wasserfällen, die den Eindruck von ewigem Glucksen und Gluckern, von Plätschern und Rauschen noch verstärken.

Kleinflugzeug in Madeira
Für Strandsucher: Die Kleinflugzeuge steuern die Nachbarinsel Porto Santo an.

Abends, wenn die Kreuzfahrtriesen aus Funchal verschwunden sind, bleibt Zeit, den historischen Stadtkern zu entdecken, in einer der unzähligen Kellereien den berühmten Madeirawein zu verkosten und das Nationalgetränk Poncha zu probieren: Der kräftige Schnaps aus heimischem Zuckerrohr, vermischt mit frischem Limettensaft und einem Löffel Honig, haut selbst den stärksten Krieger um. Jacarandabäume säumen die Straßen, bunte Azulejos schmücken die Fassaden, Blumenfrauen preisen Strelitzien, Lilien und Calla-Blüten an, und an jeder Ecke werden handgestickte Tischdecken und handgemachte Korkschuhe feilgeboten. Lange fristete der historische Stadtkern mit seiner kunterbunten Mixtur aus Restaurants, bewohnten Häusern und abbruchreifen Gebäuden ein Schattendasein. Doch Künstlerinitiativen brachten neuen Schwung in das Viertel rund um die Rua Santa Maria, die älteste Straße Funchals. Heute präsentieren sich die heruntergekommen, schmucklosen Holztüren als Kunstwerke, als Beispiel für einfallsreiche Street Art: Mal tummeln sich maritime Motive auf den Flächen, mal sprudeln metallene Strahlen hervor. Das Projekt „arte portas abertas“ hat Funchals Gesicht nachhaltig verändert.

 

Extratipp
Venedig hat seine Gondoliere, Funchal seine „Carreiros“: die in einer Gilde zusammengeschlossenen Lenker der traditionellen Korbschlitten. Die urigen Transportmittel gibt es bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Villenort Monte wegen seiner guten Luft eine beliebte Sommerfrische begüterter Europäer war. Und die mussten ja irgendwie runter nach Funchal kommen. Heute ist der sommerliche Kufenspaß das Touristenvergnügen schlechthin. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 40 Kilometer pro Stunde sausen die Holzschlitten die rund zwei Kilometer lange, steile Strecke hinunter. Gelenkt werden sie von Männern mit Strohhütten und weißen Hosen, die sich allerlei Mühe geben, den Schlitten mal nach rechts, mal nach links zu steuern. Der Nervenkitzel auf madeirisch ist zwar kein billiges Vergnügen, doch ein absolutes Muss. Gestartet wird nahe der Wallfahrtskirche Nossa Senhora.

Wer mehr über den zu Portugal gehörenden Archipel wissen möchte: Porto Santo hat das, was Madeira fehlt – einen kilometerlangen Sandstrand. Was ihr auf der Insel erleben könnt, die rund 40 Kilometer nordöstlich von Madeira liegt, könnt ihr hier nachlesen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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